Mit Blick auf die Alpenkette

Unser Außengelände auf der Ludwigshöhe und der Ebersberger Forst sind ideal zum Erkunden und Entdecken.

Vielfältiger Lebensraum

Der Ebersberger Forst ist mit 90 Quadratkilometern das größte geschlossene, nicht alpine Waldgebiet Mitteleuropas. Seine Erhaltung verdanken wir dem Umstand, dass er schon im Mittelalter zum Bannwald erklärt wurde, also Nutzung und Verwaltung dem Fiskus vorbehalten waren.

Neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung ist der Forst inzwischen zu einem attraktiven Naherholungsgebiet für die Bürger aus dem nahen München und dem Landkreis geworden. Dazu trägt auch das sich im Südosten des Waldes anschließende Naturschutzgebiet „Egglburger See“ bei.

Der Ebersberger Forst ist ein faszinierender Lebens- und Erfahrungsraum. Er bietet vielfältige Möglichkeiten zum unmittelbaren Erleben von Natur. Viele Pflanzen und Tiere lassen sich dort auf engstem Raum beobachten, elementare Zusammenhänge der Natur werden sichtbar. Daher ist er ideal mit einem Besuch des Museums Wald und Umwelt zu kombinieren und für Kinder- und Schülergruppen aller Altersstufen ein wunderbares Wandertagsziel.

Der Ebersberger Forst ist engmaschig mit Rad- und Wanderwegen durchzogen, bestens ausgeschildert und mit einigen Sehenswürdigkeiten und schönen Biergärten bestückt. Das Museum Wald und Umwelt ist ein guter Startpunkt für Ausflüge in den Forst, es stehen hier genügend Parkplätze zur Verfügung und starten einige beliebte Wanderwege, wie z. B. der reizvolle Skulpturenweg. Direkt am Museumsparkplatz finden Sie eine Wandertafel, Wanderkarten und Tourenvorschläge.

Mehr zum Ebersberger Forst erfahren Sie auf der Webseite des www.ebersberger-forst.com


Geschichte

Der Ebersberger Forst ist Teil eines großen Waldgürtels, der sich quer durch das südliche Oberbayern erstreckte. Ursprünglich geschlossen, wurde er seit dem Frühmittelalter von einzelnen Siedlungen unterbrochen. Zu den heute erhaltenen Forstgebieten zählen beispielsweise auch der Hofoldinger und der Grünwalder Forst. Jagd- und Holzrechte wurden in der Ebersberger Waldordnung aus dem 13. Jahrhundert geregelt. Dieses bedeutende Dokument deutscher Forstgeschichte gibt Einblick in die herzogliche Forstverwaltung. Die Ansprüche des Klosters auf die wirtschaftliche Nutzung des Waldes werden detailliert festgehalten. Auch werden für das Kloster finanziell lukrative Strafen aufgeführt, die von der Bevölkerung für verbotene Handlungen zu bezahlen waren.

Der Bestand an Laubhölzern ging im Laufe der Zeit zugunsten des Fichten- und Kiefernbestandes zurück. Die steuerlich lukrative Holzgewinnung durch das Aufforsten mit Nadelhölzern begann 1790. In den folgenden fünf Jahren wurde der Wald in quadratische „Geräumte“ eingeteilt. Im Forst begann die Epoche der reinen Nadelholzwirtschaft.

Der Wildbestand nahm im 17. und 18. Jahrhundert stark zu. Das äsende Wild richtete auf den umliegenden Feldern große Schäden an, da der Wald zu wenig Nahrung bot. Dafür waren auch die Streunutzung und Waldweide  verantwortlich. In der Folge wurde ein Teil des Forstes eingezäunt und zum Wildpark erklärt. In den Jahren 1889 – 1892 wurden die Fichtenmonokulturen auf etwa 3000 ha vom Nonnenfalter kahlgefressen. Wirbelstürme, Spätfröste und Hagel richteten an den schwer angeschlagenen Beständen weiteren Schaden an. Die Kahlflächen erhöhten sich auf 3800 ha.

In 14 Monaten wurden mit Hilfe von 4000 Arbeitern die 1,4 Millionen fm aufgearbeitet und aus dem Wald abtransportiert. Die abgeholzte Fläche bot dem Wild ideale Lebensgrundlage, so dass sich die Bestände sehr stark vermehrten. Wildverbiss, weitere Schädlinge und extreme Witterungseinflüsse setzten den neu angelegten Kulturen weiter zu. Es dauerte bis 1940, als auch die letzten Flächen mit Fichten aufgeforstet waren. Die Fichtenbestände von damals sind heute zum großen Teil dank einer umsichtigen und engagierten Forstwirtschaft einem Mischwald gewichen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Zaun des Wildparks im Osten zur Staatsstraße Ebersberg-Forstinning zurückverlegt. Der eingezäunte Westteil bekam dadurch seine heutige Größe von rund 4.989 ha.


Geologie

Der Ebersberger Forst besteht in den zentralen Bereichen vielfach aus Fichtenmonokulturen, die Randbereiche und die Endmoränen im Südosten sind durch artenreiche Eichen- und Buchenmischwälder gekennzeichnet. Aufgrund der Sturmkalamitäten in den 90er Jahren und des Klimawandels wird die Umwandlung in einen Mischwald von den Bayerischen Staatsforsten vorangetrieben, ganz besonders im welligen Moränengebiet im Südosten, mit Kiefern, Lärchen, Tannen, Buchen, Eichen, Linden und anderen Laubbaumarten.

Neben großflächigen Aufwuchsflächen gibt es mehrere Wiesen, die teilweise mit Wildobstbäumen umgeben sind. Außer dem Lebensraum für Wild (Wildschweine, Rotwild) ist der ökologische Wert durch die Wiesen und die Waldränder an den breiten Kieswegen gegeben. Diese Lebensräume sind besonders wertvoll für Insekten wie Schmetterlinge, Heuschrecken und Libellen, die wiederum anderen Tieren, vor allem Kleinsäugern und Vögeln, als Nahrung dienen.


Skulpturenweg im Ebersberger Forst

Kunst aus der Galerie zu holen und Wege und Pfade im Naturraum Wald mit zeitgenössischer Kunst zu gestalten und zu verändern, war die Idee zum Skulpturenweg im Ebersberger Forst. Im Zusammenspiel von Kunst und Natur oder auch in ihrem Kontrast, wird der Wald auf neue und veränderte Weise für Besucher und Spaziergänger zu einem Erfahrungsraum der besonderen Art.

Ein ca. 1,5 km langer Naturpfad, der sich vom Eingang Wildpark bis zur Waldgaststätte St. Hubertus zieht, ist für 6 bayerische Künstler ein Jahr lang (von Okt. 2012 - Okt. 2013) zum Ausstellungsort für ihre jeweiligen Kunstobjekte geworden. Zu sehen ist Malerei und Bildhauerkunst aus den Materialien Stein, Gips, Eisen und Holz. Die Exponate werden sich im Wandel der vier Jahreszeiten immer wieder neu und spannungsreich in unterschiedlichen Licht- und Witterungsverhältnissen zeigen