Mit Blick auf die Alpenkette

Unser Außengelände auf der Ludwigshöhe und der Ebersberger Forst sind ideal zum Erkunden und Entdecken.

Ein Juwel im Wandel der Zeit

Entstehungsgeschichte:

Vor rund 11000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit, formte das Schmelzwasser des Inngletschers das Urstromtal der Ebrach. Eingebettet in die Jungmoränenlandschaft liegt die reizvolle Ebersberger Weiherkette.

Vor 1000 Jahren schufen die Mönche des Klosters Ebersberg durch Aufstauen die Fischteiche, die heute die idyllische Weiherkette bilden. Die Kraft des Wassers wurde zum Betrieb von Mühlen genutzt. Fischgewässer gibt es an der Ebrach bis heute zwar noch einige, die Mühlen wurden jedoch stillgelegt oder gar restlos abgetragen.

Ab Mitte de 19. Jahrhunderts, als die Sitte des "Freibadens" aufkam, schufen die Ebersberger die erste Badeanstalt am Klostersee. Heute ist das Familienbad am Klostersee ein Anziehungpunkt für Jung und Alt.


Schützenswerter Lebensraum

Aufgrund der abwechslungsreichen Landschaft bietet die Ebersberger Weiherkette einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren ein Zuhause.

Fließwasserbereiche wechseln sich mit stehenden Gewässern ab, im Uferbereich findet man Röhrichte mit Schilf, Binsen und Seggen, die in Feuchtwiesen und Erlenbruchwälder übergehen. Trockene, sonnige Hanglagen, schattige Fichtengehölze und naturnahe Laubgehölze umrahmen den Talgrund.

Wir können viele seltene und geschützte Pflanzen- und Tierarten beobachten. Unter anderen blühen hier die echte Schlüsselblume, die Trollblume und sogar einheimische Orchideenarten wie das gefleckte Knabenkraut. Springfrösche mit einer Sprungweite bis zu 2 Metern und Laubfrösche haben bei uns eine Heimat. Das Vorkommen des Schwarzblauen Wiesenknopfameisenbläulings, einem Schmettterling mit einem überaus spannenden Lebenslauf, erhebt die Ebersberger Weiherkette sogar zu einem europaweit besonders schützenswerten Lebensraum. Ein Besuch lohnt sich!


Landwirtschaft und Landschaftserhalte

Die freie Verfügbarkeit von Milchprodukten, Fleisch und Eiern zu günstigen Preisen ist für uns selbstverständlich geworden. Hunger kennen wir nur noch aus Erzählungen.

Aber: Dieser Überfluss hat seinen Preis! Von der Landwirtschaft werden immer höhere Erträge bei niedrigeren Lebensmittelpreisen gefordert. Der steigende Anteil an tierischen Produkten in unserer Nahrung vergrößert die Umweltbelastung durch Mist und Gülle.

Die von der Landwirtschaft geprägte Kulturlandschaft der Ebersberger Weiherkette stellt ein gutes Beispiel für die Vernetzung von moderner Agrarwirtschaft, Landschafts- und Naturschutz dar. Unsere Landwirte mähen regelmäßig die Wiesen und pflegen die Wege. So verhindern sie die Sukzession, die zu einer Verbuschung der Feucht- und Trockenwiesenbiotope führen würde.


Die Zukunft der Weiherkette

Aufgrund der durch den Menschen verstärkten Nährstoffanreicherung des Wassers (Eutropierung) während der vergangenen Jahrzehnte kam es wiederholt zu Massenvermehrung von gesundheitsschädlichen Algen und Keimen. Dies führte zu einem Badeverbot im Klostersee.

Flankiert von unterstützenden Maßnahmen der Landwirte im Einzugsgebiet der Ebrach wurde in den letzten Jahren ein groß angelegtes Sanierungskonzept umgesetzt. Nach dem Ausbaggern der zwei bis drei Meter dicken Schlammschicht gilt es nun, die Nährstoffzufuhr zu reduzieren und die Selbstreinigungskräfte des Klostersees und der ihm vorgelagerten Weiher zu unterstützen.

In enger Zusammenarbeit mit den Landwirten kann die Ebersberger Weiherkette eine Naturoase für seltene und geschützte Tiere und Pflanzen bleiben und zugleich ein abwechslungsreiches Erholungsgebiet sein, das nicht nur zum Wandern und Baden einlädt.